Grabenstätt, 26. Juni 2026 – Der derzeit niedrige Wasserstand des Chiemsees stellt viele Seenutzer vor erhebliche Herausforderungen. Besonders betroffen sind die Chiemsee-Schifffahrt, Bootsverleiher, Hafenbetreiber, touristische Betriebe sowie weitere Nutzer des Sees.
Vor diesem Hintergrund lud Landtagsabgeordneter Dr. Martin Brunnhuber Vertreter der betroffenen Gruppen, der Chiemsee-Gemeinden sowie Fachbehörden zu einem gemeinsamen Austausch nach Grabenstätt ein.
Das Treffen war die Fortsetzung einer von Brunnhuber bereits vor eineinhalb Jahren angestoßenen Initiative. Ergebnis war damals die Beauftragung einer Studie der Wasserwirtschaftsämter Traunstein und Rosenheim zur Prüfung möglicher Maßnahmen einer Pegelregulierung.
Im Mittelpunkt stand die Vorstellung dieser Untersuchung, bei der acht Varianten geprüft wurden. Fachlich bevorzugt wird derzeit eine sogenannte “Rau-Schwelle” am Seeauslauf, die den Pegel um etwa zehn Zentimeter anheben könnte. Dabei handelt es sich um eine flache, meist aus Steinen errichtete Schwelle, die den Wasserabfluss leicht verlangsamt und so den Wasserstand des Chiemsees anheben kann. Gleichzeitig machten die Experten deutlich, dass ein solcher Eingriff erhebliche Auswirkungen auf Hochwasserschutz und Ökologie hätte und umfangreiche Genehmigungs- und Prüfverfahren notwendig wären. Die mögliche Verfahrensdauer wurde auf fünf bis zehn Jahre geschätzt.
In der Diskussion wurde deutlich, dass bereits geringe Pegelanhebungen für Schifffahrt und Bootsverleiher eine spürbare Entlastung bringen könnten. Einigkeit bestand darin, den Dialog zwischen Politik, Behörden und Betroffenen fortzuführen und praktikable Lösungen für die Zukunft weiter zu prüfen