Traunsteiner Abgeordneter fordert kundenfreundliche Lösung und prüft finanzielle Unterstützung des Freistaats
Übersee. Der Landtagsabgeordnete Dr. Martin Brunnhuber (FREIE WÄHLER) setzt sich seit Monaten für eine Lösung beim geplanten Rückbau der Bahnsteigüberdachung am Bahnhof Übersee ein. In zahlreichen Gesprächen – insbesondere auch mit Vertretern der Bundespolitik – hat er sich darum bemüht, die Interessen der Gemeinde und der Fahrgäste gegenüber der Deutschen Bahn deutlich zu machen. Nun geht Brunnhuber den nächsten Schritt und hat eine Schriftliche Anfrage an die Bayerische Staatsregierung gestellt.
Nach den derzeitigen Planungen der Deutschen Bahn soll die bestehende Bahnsteigüberdachung vollständig abgebrochen und künftig lediglich durch einzelne standardisierte Wartehäuschen ersetzt werden. In Übersee stößt dies auf erheblichen Widerstand.
„Ich habe mich in den vergangenen Monaten in zahlreichen Gesprächen dafür eingesetzt, dass wir für Übersee eine bessere Lösung bekommen. Die Sorgen der Gemeinde und der Bürgerinnen und Bürger sind berechtigt. Deshalb dürfen wir uns mit dem derzeit vorgesehenen Ergebnis nicht einfach abfinden“, erklärt Brunnhuber.
Besonders unverständlich sei, dass die Tragkonstruktion der bisherigen Überdachung erst vor wenigen Jahren mit erheblichem finanziellem Aufwand saniert wurde.
„Es kann nicht zufriedenstellen, wenn eine aufwendig instandgesetzte Konstruktion wenige Jahre später vollständig beseitigt werden soll. Hier stellen sich Fragen nach Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit, die beantwortet werden müssen“, so Brunnhuber.
Mit seiner Anfrage will der Abgeordnete deshalb klären, welche Möglichkeiten der Freistaat hat, auf eine kundenfreundlichere Lösung hinzuwirken. Dabei geht es ausdrücklich auch um die Frage, ob eine finanzielle Beteiligung des Freistaats grundsätzlich möglich wäre.
„Mir geht es nicht darum, dem Freistaat Aufgaben der Deutschen Bahn aufzubürden. Aber wenn eine durchgehende Überdachung für Übersee im Interesse der Fahrgäste, der Gemeinde und der gesamten Chiemsee-Region sinnvoll ist, dann sollten wir gemeinsam prüfen, ob es einen Weg gibt, diese Lösung auch finanziell möglich zu machen.“
Brunnhuber verweist darauf, dass der Bahnhof Übersee nicht nur von Pendlern und Schülerinnen und Schülern genutzt werde. Als Bahnhof in einer stark frequentierten Tourismusregion sei er auch ein wichtiges Eingangstor zum Chiemsee.
„Wir wollen mehr Menschen für die Bahn gewinnen. Dann müssen wir an unseren Bahnhöfen auch entsprechende Bedingungen schaffen. Eine durchgehende Überdachung ist kein Luxus, sondern ein Stück Komfort und Aufenthaltsqualität – gerade bei Regen, Schnee oder großer Hitze.“
Die Schriftliche Anfrage soll deshalb unter anderem klären, ob der Staatsregierung die konkreten Planungen der Deutschen Bahn bekannt sind, wie sie den geplanten Rückbau bewertet und welche Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten des Freistaats grundsätzlich bestehen.
Für Brunnhuber ist die Anfrage dabei kein Abschluss, sondern ein weiterer Schritt in den seit Monaten laufenden Bemühungen:
„Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass wir mit der Deutschen Bahn, der Gemeinde Übersee, dem Freistaat und der Bundespolitik an einem Tisch nach einer vernünftigen Lösung suchen. Die Menschen in Übersee erwarten zu Recht, dass ihre Anliegen ernst genommen werden.“
Brunnhuber: „Übersee braucht keine Verschlechterung, sondern einen Bahnhof, der den Ansprüchen der Fahrgäste und der Region gerecht wird.“