01.10.2026
Brunnhuber und Rosenberger: „Rinderhalter brauchen praktikable Regeln statt zusätzlicher Bürokratie“

Rund 400.000 Euro zusätzliche BTV-Testkosten allein im Verbandsgebiet Traunstein - Bedeutung der Rinderhaltung für Oberbayern hervorgehoben

Traunstein/Berchtesgadener Land/Miesbach: Die Landtagsabgeordneten Dr. Martin Brunnhuber (Traunstein) und Martin Rosenberger (Miesbach) fordern eine bundesweit einheitliche und praxistaugliche Regelung beim innerdeutschen Tierverkehr im Zusammenhang mit der Blauzungenkrankheit (BTV).

„Die Blauzungenkrankheit hat sich inzwischen in weiten Teilen Deutschlands ausgebreitet. Trotzdem führen unterschiedliche Vorgaben beim Verbringen von Rindern weiterhin zu zusätzlichen Tests, Kosten und bürokratischem Aufwand. Das ist für unsere bäuerlichen Familienbetriebe eine erhebliche Belastung“, erklären die beiden Abgeordneten.

Allein im Verbandsgebiet des Rinderzuchtverbandes Traunstein mit den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und Rosenheim-Ost betreuen rund 1.100 Betriebe etwa 45.000 Milchkühe. Nach Angaben des Verbandes summieren sich die zusätzlichen Kosten für BTV-Testungen inzwischen auf rund 400.000 Euro.

Für Brunnhuber und Rosenberger geht es dabei um mehr als eine einzelne veterinärrechtliche Frage: „Traunstein, das Berchtesgadener Land und Miesbach gehören zu den bedeutendsten Rinderzuchtregionen im Alpenraum. Die Rinderhaltung ist ein wirtschaftliches Fundament unserer bäuerlichen Strukturen und zugleich die Grundlage für die Pflege unserer Kulturlandschaft und unserer Almen.“

Gerade Fleckviehzucht und Almwirtschaft seien eng miteinander verbunden. In Traunstein werden neben Fleckvieh auch Pinzgauer gezüchtet; der Rinderzuchtverband führt für beide Rassen eigene Herdbücher. Auch die Vermarktung habe eine erhebliche regionale Bedeutung: Der Verband vermarktete allein im Jahr 2025 rund 20.300 Tiere über Kälbermärkte, Großviehmärkte, Stall- und Exportverkäufe.

Martin Rosenberger weiß als selbstständiger Rinderhalter und Almbauer aus eigener Erfahrung, was funktionierende Vermarktungswege und verlässliche Rahmenbedingungen für die Betriebe bedeuten. Dr. Martin Brunnhuber verweist ebenfalls auf die besondere Bedeutung der Rinderhaltung für die Landwirtschaft im Chiemgau, Rupertiwinkel und darüber hinaus.

„Unsere Bauern produzieren nicht nur hochwertige Lebensmittel und wertvolle Zuchtgenetik. Sie halten mit ihrer Arbeit auch Wiesen und Almen offen und prägen damit das Landschaftsbild, das für die gesamte Region – einschließlich Tourismus und regionalem Handwerk – von großer Bedeutung ist“, so Brunnhuber und Rosenberger.

Deshalb haben sich die beiden Abgeordneten an Umweltminister Thorsten Glauber gewandt und ihn gebeten, das Thema auf Bundesebene aufzugreifen.

„Wir brauchen einen wirksamen Seuchenschutz. Aber wir müssen gleichzeitig prüfen, ob die derzeitigen Vorgaben angesichts der veränderten epidemiologischen Situation noch sachgerecht sind. Wenn unterschiedliche Regelungen innerhalb Deutschlands zu erheblichen Mehrkosten führen, muss darüber gesprochen werden“, betonen die Abgeordneten.

Ihr Ziel ist eine bundesweit einheitliche, risikoorientierte und praktikable Regelung, die den notwendigen Tier- und Seuchenschutz gewährleistet, gleichzeitig aber unnötige Bürokratie und vermeidbare Kosten für die landwirtschaftlichen Betriebe reduziert.

Brunnhuber und Rosenberger: „Wer die Rinderhaltung im oberbayerischen Alpenraum erhalten will, muss auch dafür sorgen, dass unsere Betriebe wirtschaftlich arbeiten können. Dazu gehören verlässliche Regeln, funktionierende Vermarktungswege und ein Seuchenschutz, der wirksam, aber auch praxistauglich ist.“