Bild Brunnhuber

12.09.2025
Kleine Chiemseerunde 2025 – Dialog mit Dr. Martin Brunnhuber

Am 12. September 2025 fand erstmals die Kleine Chiemseerunde statt – ein neues Dialogformat als Ergänzung zur etablierten Chiemsee-Konferenz. Im Mittelpunkt standen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Chiemsee-Gemeinden, die ihre aktuellen Sorgen, Ideen und Herausforderungen einbrachten.

Zentrale Themen waren die Verlandung des Chiemsees und ihre Folgen: Die Gemeinden sehen dringenden Handlungsbedarf bei Entschlammung und der Schaffung geeigneter Ablagerungsflächen für den Aushub. Dabei stellen sich auch Fragen nach den nötigen Genehmigungen und der Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden.

Eng damit verbunden ist der Wasserstand des Chiemsees, der kontrovers diskutiert wird. Niedrige Pegelstände führen bereits jetzt zu Problemen für Schifffahrt, Häfen, Bootsverleiher und den Tourismus insgesamt. Auch Sedimentablagerungen verstärken die Belastung. Eine generelle Anhebung des Wasserstands wird wegen der Überschwemmungsgefahr in manchen Gemeinden nicht von allen Seiten befürwortet, über die Sicherung eines Mindestpegels bestand jedoch Einigkeit.

Positiv hervorgehoben wurde die Stechmückenbekämpfung, die in diesem Jahr spürbare Verbesserungen brachte. Aus Sicht des AUV muss hier behutsam an einer Weiterentwicklung des bestehenden Bekämpfungskonzeptes gearbeitet werden. Gleichzeitig wurden infrastrukturelle Fragen diskutiert: So forderten die Gemeinden einen gemeinsamen Tourismusverband der Landkreise Rosenheim und Traunstein, und kritisierten, dass es bislang keine einheitlichen Fahrkarten für eine Chiemseeringlinie gibt. Hinzu kommen Herausforderungen durch strapazierte Verkehrs- und Parkinfrastruktur, etwa durch den Endpunkt des MVV in Bernau.

Ein weiteres großes Thema war die Chiemsee-Ringleitung. Heuer war ein Leitungsabschnitt aufgeschwommen, was die Bedeutung von Reparatur- und Sicherheitsmaßnahmen erneut verdeutlichte. Diskutiert wurde auch ein Notfallplan, etwa das Beschweren der Leitung, sowie langfristig die Frage einer möglichen Redundanz der Leitung, die mit hohen Investitionskosten verbunden wäre.

Darüber hinaus wurden Risiken durch invasive Arten wie die Quaggamuschel angesprochen, die erhebliche technische Probleme und große Schäden an Leitungen, Pumpen und Filteranlagen verursachen kann.

MdL Dr. Martin Brunnhuber nahm in dieser Runde bewusst die Rolle des Zuhörers ein. Mit großer Aufmerksamkeit hörte er den Kommunalvertretern zu, nahm ihre Anliegen auf und signalisierte, dass er dort, wo es notwendig und sinnvoll ist, Unterstützung auf politischer Ebene leisten wird.

Die Rückmeldungen zeigen, dass dieses niedrigschwellige und persönliche Format eine wertvolle Plattform für den Austausch darstellt. Eine Fortsetzung im kommenden Jahr wird von vielen Seiten befürwortet.